Ab dem 1. Juni 2022 haben hilfebedürftige geflüchtete Menschen aus der Ukraine Anspruch auf Leistungen nach dem Zweiten oder Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB II oder SGB XII). Sie erhalten auf diese Weise Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bzw. zum vollen Leistungsumfang der GKV. Zum Leistungsumfang der GKV gehört auch psychotherapeutische Beratung und Therapie.
Wenn ich mir die Internetseiten mit dem Stichwort „psychotherapeutische Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge aus der Ukraine“ anschaue, dann sehe ich zum größten Teil Angebote im psychosozialen Bereich. Solche Angebote sind an Menschen ausgerichtet, welche durch den Dauerstress belastet sind. Sie müssen sich zugleich aktiv mit den Schwierigkeiten im Aufnahmeland auseinandersetzen, haben jedoch in der Regel genügend körperliche und psychische Ressourcen, um das bewältigen zu können.
Wenn ich jedoch konkret nach Psychotherapieangeboten in russischer Sprache suche, sind die Angebote im Betracht der aktuellen Notwendigkeit mangelhaft und oft auf die Selbstzahler ausgerichtet. Die Krankenkassen bezahlen für ihre Leistungen Ärzte oder psychologische Psychotherapeuten, jedoch nur in Ausnahmefällen die Heilpraktiker.
Die Tatsache ist nun, dass Menschen mit tiefgreifenden psychischen Problemen oft kein Geld für eine teure gründliche Psychotherapie haben. Oft fehlt sogar diesen Menschen auch die Einsicht dafür, dass sie wirklich Hilfe benötigen. Als Folge kommen bei solchen Kunden verschiedenste Suchterkrankungen oder auch dysfunktionale Verhaltensweisen in Erscheinung, welche zu einem früheren Zeitpunkt sich als nützlich erwiesen haben konnten.
Neue Zeiten bringen neue Herausforderungen mit sich – (Des)Informationsüberflut, gescheiterte Familienwerte und Desorientierung in dieser heutigen Zeit, Krisen in Bildungs- und Gesundheitswesen, als Folge – Verzweiflung und Misstrauen.
Solche Fachleute, wie mich, braucht jetzt unser Land und ich bin offen für eine ehrliche Kooperation. Wir brauchen ein Projekt mit konkreten Zielsetzungen und einem realistischen Programm. Erst dann können wir eventuell eine finanzielle Hilfe bekommen. Viele Menschen fürchten sich von einer offiziell gestellten psychiatrischen Diagnose, obwohl es für sie im Sinne der Gesundwerdung nützlich wäre. Gerne kann ich dabei durch die Aufklärungsarbeit meinen Beitrag leisten und vielleicht sogar neben meiner psychotherapeutischen Tätigkeit ein Verein gründen. Jeder, der wirklich gesund werden und nicht „nur krankgeschrieben“ werden will, ist willkommen!
